Blog Care&Cockpit

AirNurseOne - Care&Cockpit

Im Blog Care&Cockpit verbinde ich meine zwei Leidenschaften – professionelle Pflege und zivile Luftfahrt. Beide Welten haben mehr gemeinsam, als man denkt: Präzision, Verantwortung, Teamgeist und die Fähigkeit, auch in turbulenten Situationen klar zu handeln. 
Mit diesem Blog möchte ich Pflegekräften Mut machen, den eigenen Beruf neu zu entdecken und wertzuschätzen. Denn Pflege ist einzigartig – vielfältig, verantwortungsvoll und voller Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung. 

Ich veröffentliche regelmäßig neue Beiträge – folgende Themen stehen 2026 im Fokus: 

Sicherheit, Verantwortung, Teamarbeit und Haltung in der professionellen Pflege, gedacht aus der Perspektive der Luftfahrt.

🔹 Quartal 1: Sicherheit & Verantwortung
🔹 Quartal 2: Kommunikation & Teamwork
🔹 Quartal 3: Vorbereitung, Wissen & Training
🔹 Quartal 4: Menschlichkeit, Haltung & Vision Was Piloten seit Jahrzehnten leben, ist auch für die Pflege zentral:
       strukturierte Vorbereitung, klare Kommunikation, professionelles Handeln – und Menschlichkeit.



                                                                       
 


Profession muss Profession bleiben

Profession muss Profession bleiben

Mittwoch, Januar 21, 2026

Warum Populismus in der Berufspolitik der Pflege schadet

Ich bin berufspolitisch engagiert. Ich bringe mich in meiner Freizeit berufspolitisch ein, weil mir mein Beruf wichtig ist und weil ich an seine Weiterentwicklung glaube.

Aber - Was mich zu diesem Beitrag bewegt, ist Unmut. Und zwar ein sehr grundsätzlicher.

Nicht über den aktuellen Streik in OÖ an sich – darüber berichten Medien sowieso ausführlich. Da sollen sich die Leute selber darüber ein Bild machen. Sondern über eine Aussage einer Gewerkschaft in Oberösterreich, die mich ehrlich gesagt fassungslos macht: In einem Schreiben wird sinngemäß festgehalten, dass am Streiktag „Angehörige von Patient*innen die Basispflege übernehmen können bzw. sollen.“

Mit dieser Aussage wird nicht nur ein akuter Konflikt kommunikativ schlecht gelöst – sie torpediert jahrelange berufspolitische Bemühungen zur Stärkung der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege. Denn die implizite Botschaft lautet: Pflegen kann eh jeder.  - Lizenzfrei, voraussetzungslos, beliebig ersetzbar.

Danke dafür.

Ich möchte diesen Gedankengang aufgreifen und in einen anderen Bereich übertragen – in die zivile Luftfahrt. Wer mir folgt, weiß, dass ich mich in meinem Blog care&cockpit auf www.airnurseone.at intensiv mit Parallelen zwischen Pflege und Fliegerei beschäftige und aktuell eine Privatpilotenlizenz (PPL) anstrebe.

Also vergleichen wir kurz:

  1. Beim nächsten Pilotenstreik übernehme ich gerne das Steuer einer B747, B777 oder A380. Sollte kein Problem sein – Fliegen kann ja offenbar „eh jede*r“, fliegt ja „eh der Autopilot“. PPL habe ich ja. No risk, no fun.
  2. Oder, falls das Kabinenpersonal streikt, springen einfach Passagiere ein. Getränke ausschenken, Sicherheitseinweisung, Notfallmanagement, Türen verriegeln – das bisschen wird schon gehen, oder?

Bevor jetzt jemand nervös wird: Natürlich ist das absurd. In der zivilen Luftfahrt ist klar geregelt, wer was darf. Für jede Flugzeugtype braucht es ein eigenes Typerating. Ein*e Pilot*in darf nicht einfach ein anderes Flugzeug steuern, nur weil sie/er „auch Pilot“ ist. Und Flugbegleiter*innen durchlaufen intensive, verpflichtende Trainings – Passagiere können sie im Streikfall selbstverständlich nicht ersetzen.

Warum? Weil dort unstrittig ist, dass es sich um hochprofessionelle, sicherheitsrelevante Tätigkeiten handelt, die Ausbildung, Kompetenz und Verantwortung erfordern. Punkt.

Und genau deshalb ist die Aussage „Angehörige können Basispflege übernehmen“ (auf einer Krankenhausabteilung!) nichts anderes als populistischer Unsinn. Sie relativiert Professionalität, entwertet Kompetenz und stellt die Pflege als beliebig austauschbare Tätigkeit dar. Damit disqualifiziert man sich für jede ernsthafte Diskussion über Kompetenzen, Ausbildungsinhalte oder Professionalisierung in der Gesundheits- und Krankenpflege.

Wenn wir wollen, dass Pflege als Profession wahrgenommen und behandelt wird, dann müssen wir genau das auch verteidigen – gerade in konflikthaften Situationen. Alles andere fällt uns langfristig auf den Kopf.

Aber gut. Falls bei einem der nächsten Pilotenstreiks doch Bedarf besteht: Ich wäre bereit. PPL vorhanden, Motivation groß. Alternativ übernehme ich auch gern den Lotsenjob oder mache Flugbegleitdienst. Die Passagiere dürfen sich schon jetzt freuen.

Ironie off.

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